Autoscout24

Schadensregulierung nach Autounfall - eine Checkliste

Ganze 2,4 Millionen Unfälle ereigneten sich vergangenes Jahr auf deutschen Straßen – Tendenz steigend. Obwohl ein Autounfall damit zum Alltag gehört, kann bei der anschließenden Schadensregulierung vieles schiefgehen. Dort gemachte Fehler lassen sich nachträglich nur schwer korrigieren, was Ihren Geldbeutel unnötig belasten kann. Damit Ihre Schadensregulierung problemlos verläuft und Sie wissen, welche Ansprüche Sie als Unfallgeschädigter geltend machen können, haben wir für Sie eine Checkliste mit den wichtigsten Punkten zusammengestellt.

Anwalt

Generell gilt: Nehmen Sie die Hilfe eines Anwalts für Verkehrsrecht in Anspruch. Bei alleiniger Schuld des Unfallgegners muss dessen Versicherung für die entstehenden Kosten aufkommen. Leider ist es oft der Fall, dass Unfallgeschädigte aus Unwissenheit auf erhebliche Ansprüche wie beispielsweise Schmerzensgeld verzichten und sich mit geringen Beträgen abfertigen lassen.

Falls Ihnen die Werkstatt oder Versicherung des Unfallgegners die Schadensregulierung anbietet, sollten Sie ablehnen, denn es könnten möglicherweise Eigeninteressen verfolgt werden.

Mietwagen

Eine der wichtigsten Fragen bei der Schadensregulierung ist die nach dem Mietwagen – insbesondere dann, wenn der Unfallgeschädigte tagtäglich auf ein Fahrzeug angewiesen ist.

Grundsätzlich haben Sie als Unfallgeschädigter einen Anspruch auf einen Mietwagen, wenn das eigene Auto für einen längeren Zeitraum in der Werkstatt bleiben muss oder Ihr Fahrzeug einen Totalschaden erlitten hat. Falls Sie sich deswegen nach einem neuen Auto umsehen müssen, steht Ihnen für diese Zeit ein Leihwagen zu. Die maximale Dauer der Reparaturzeit, in der Ihnen ein Leihwagen zusteht, entnehmen Sie dem Kfz-Gutachten, das Ihnen ein Sachverständiger ausstellen kann.

Ein Mietwagen ist allerdings an die Bedingung geknüpft, dass der Geschädigte das Fahrzeug mindestens für 30 Kilometer am Tag in Anspruch nimmt. Andernfalls kann die Versicherung die Rückzahlung der angefallenen Kosten verweigern, da die Fahrt mit einem Taxi sonst günstiger wäre als die Tagesmiete für einen Leihwagen.

Bei Inanspruchnahme sind Sie verpflichtet, den preisgünstigsten verfügbaren Mietwagen des entsprechenden Typs zu wählen. Klären Sie die Wahl des Mietwagens im Zweifelsfall frühzeitig mit der Versicherung des Unfallgegners ab, denn die Kosten für den Mietwagen sind zunächst aus eigener Tasche zu zahlen. Daher gilt besondere Vorsicht: Bei einem größeren Fahrzeug oder einem längeren Mietzeitraum kommt die Versicherung nicht für die gesamten Mietkosten auf und Sie bekommen Ihre Auslagen nicht zurückerstattet.

Nutzungsausfall Kfz

Alternativ zu einem Mietwagen haben Sie Anspruch auf eine Nutzungsausfallentschädigung. Diese muss die Versicherung des Unfallgegners für die Dauer der Reparatur oder der Suche nach einem neuen Fahrzeug auszahlen. Voraussetzung ist, dass ein genereller Nutzungswille und eine Nutzungsmöglichkeit bezüglich des verunfallten Autos bestehen.

Für jeden Ausfalltag ist eine Pauschale fällig. Die Höhe des Nutzungsausfalls ergibt sich aus dem vorher gefahrenen Autotyp. Für die Ermittlung hat sich die sogenannte Schwacke- Nutzungsausfalltabelle etabliert. So variieren die Nutzungsausfallwerte beispielsweise zwischen 29 Euro für kleine Fahrzeuge wie einen Fiat Panda oder einen Opel Corsa und 99 Euro für einen Mercedes SL 600.

Insbesondere beim Nutzungsausfall kann es zu Komplikationen kommen, denn die Versicherungen zahlen diesen nur ungern. Überlassen Sie die Klärung des Nutzungsausfalls daher am besten Ihrem Anwalt.

Haushaltsführungsschaden

Falls Sie nach einem Autounfall aufgrund einer Verletzung nicht in der Lage sind, im Haushalt zu helfen beziehungsweise Ihren alleinigen Haushalt zu führen, muss die Versicherung des Unfallgegners für den Haushaltsführungsschaden aufkommen.

Der Haushaltsführungsschaden errechnet sich durch das Heranziehen der Kosten für eine mögliche Haushaltshilfe. Allerdings müssen Sie eine tatsächliche Haushaltshilfe nicht zwingend beschäftigen, sofern Familienmitglieder Ihren Beitrag im Haushalt übernehmen können - deren Hilfe wird dann sozusagen entlohnt.

Im Falle eines unverschuldeten Verkehrsunfalls kommt die gegnerische Versicherung für die gesamten Kosten auf. Doch seien Sie gewarnt: Die Versicherung wird versuchen, Ihren Anteil am Haushalt abzuwerten. Daher ist auch für die Inanspruchnahme des Haushaltsführungsschadens ein Anwalt zu empfehlen.

Unkostenpauschale

Nicht zuletzt steht Ihnen nach einem Unfall eine Unkostenpauschale zu, was aufgrund des eher niedrigen Betrages gerne vernachlässigt wird. Die Unkostenpauschale ist eine einmalige Aufwandsentschädigung und umfasst alle „nebensächlichen“ Aufwendungen wie zum Beispiel Telefon-, Schreib- und Portokosten. Diese müssen nicht zwingend nachgewiesen werden. Die Höhe der Unkostenpauschale liegt zwischen 20 und 30 Euro. Auch höhere Kosten können Sie erstatten lassen – dann allerdings nur über einen entsprechenden Nachweis.

Hilfreiche Dienste von AutoScout24
 
Angebote für Unfallreparaturen
Die besten Angebote bekommen
Zum Unfallservice
Online Kostenvoranschlag
Was kostet die Unfallreparatur?
Zum Online KVA
Lackierung
Wie teuer ist die Lackierung?
Zum Lackierungs-KVA
KFZ Bewertung
Wieviel ist das Auto wert?
Zur KFZ Bewertung
Werkstattportal
Immer die richtige Inspektion finden
Zum Werkstattportal